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Anfragen

Die Website bringt keine Anfragen. Woran es meistens liegt

Es gibt zwei sehr verschiedene Probleme, die gleich klingen. Entweder kommt niemand auf die Seite, oder es kommen Leute und niemand meldet sich. Dieser Artikel behandelt den zweiten Fall, und der lässt sich meistens ohne Neubau beheben.
Lesezeit
6 Minuten
Veröffentlicht

Kurz gesagt

Wenn eine Website Besucher hat, aber keine Anfragen bringt, liegt es in der Regel an fünf Dingen: Die Kontaktmöglichkeit ist zu weit unten oder nicht anklickbar, der Text beschreibt die Firma statt das Anliegen des Besuchers, es fehlen Vertrauenssignale wie echte Fotos und Bewertungen, das Kontaktformular verlangt zu viele Angaben, oder die Seite ist auf dem Handy mühsam zu bedienen. Alle fünf Punkte lassen sich ohne Neubau beheben.

Artikel

Zuerst prüfen: Kommt überhaupt jemand?

Bevor Sie an der Seite etwas ändern, klären Sie die Ausgangslage. Ohne diese Zahl ändern Sie sonst das Falsche. Sehen Sie in Ihrer Besucherstatistik nach, wie viele Menschen im letzten Monat auf der Seite waren.

  • Unter etwa 100 Besuchern im Monat ist Ihr Problem die Sichtbarkeit, nicht die Seite. Selbst eine perfekte Seite bringt aus dreißig Besuchern keine verlässlichen Anfragen.
  • Zwischen 100 und 500 Besuchern kann beides zutreffen. Rechnen Sie mit ein bis drei Anfragen im Monat, wenn die Seite ordentlich gebaut ist.
  • Über 500 Besucher im Monat ohne Anfragen: Dann liegt es an der Seite, und dieser Artikel ist der richtige.

Ein grober Richtwert aus der Praxis: Von hundert Besuchern einer Dienstleisterseite melden sich üblicherweise ein bis drei. Fünf sind gut, zehn sind selten und meist ein Zeichen dafür, dass die Besucher schon fest entschlossen kamen.

Ursache 1: Die Kontaktaufnahme ist versteckt

Der häufigste Fehler ist banal. Die Telefonnummer steht im Impressum, im Fußbereich oder auf einer eigenen Kontaktseite, aber nicht dort, wo jemand sie gerade braucht. Viele Besucher entscheiden sich innerhalb von Sekunden und suchen nicht.

  • Telefonnummer sichtbar im oberen Bereich, auf dem Handy als anklickbarer Link, der direkt wählt.
  • Auf jeder Leistungsseite am Ende eine Möglichkeit zur Kontaktaufnahme, nicht nur auf der Kontaktseite.
  • Auf dem Handy eine dauerhaft sichtbare Leiste mit Anrufen und Schreiben, wenn die Seiten lang sind.
  • WhatsApp ergänzen, wenn Ihre Kunden so kommunizieren. Die Hemmschwelle ist deutlich niedriger als beim Anruf.

Ursache 2: Der Text spricht über die Firma, nicht über den Besucher

Sehr viele Firmenseiten beginnen mit der Geschichte des Unternehmens. Gegründet 1987, drei Generationen, moderner Maschinenpark. Das ist ehrenwert und beantwortet keine einzige Frage, die jemand hat, der gerade ein Problem hat.

Wer auf einer Handwerkerseite landet, hat meist drei Fragen: Machen die genau das, was ich brauche? Kommen die zu mir? Was kostet das ungefähr? Eine Seite, die diese drei Fragen im oberen Bereich beantwortet, holt deutlich mehr Anfragen als eine, die zuerst über sich spricht.

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Zur Preisangabe: Viele Betriebe scheuen sie aus nachvollziehbaren Gründen. Eine Größenordnung mit Vorbehalt ist trotzdem besser als gar nichts, weil sie die Anfragen vorsortiert. Wer den Rahmen kennt und trotzdem anruft, ruft ernsthaft an.

Ursache 3: Es fehlt der Beleg, dass es Sie wirklich gibt

Eine Website ist ein Versprechen von Fremden. Was den Unterschied macht, sind Belege, und zwar überprüfbare. Gekaufte Bilder von lächelnden Menschen im Anzug erreichen das Gegenteil, weil viele sie inzwischen wiedererkennen.

  • Echte Fotos vom Betrieb, den Fahrzeugen und den Leuten, auch wenn sie nicht perfekt sind.
  • Abgeschlossene Arbeiten mit Bild und zwei Sätzen dazu, was gemacht wurde.
  • Google-Bewertungen sichtbar auf der Seite, mit Verweis auf das Profil, wo man sie nachlesen kann.
  • Vollständige Adresse, feste Telefonnummer, ein Name und ein Gesicht.
  • Keine erfundenen Auszeichnungen und keine Siegel, die man nicht führen darf. Das fliegt auf und ist zusätzlich abmahnfähig.

Ursache 4: Das Formular verlangt zu viel

Jedes zusätzliche Pflichtfeld kostet Antworten. Ein Formular mit Anrede, Vorname, Nachname, Firma, Straße, Postleitzahl, Ort, Telefon, E-Mail und Betreff wird von den meisten Besuchern abgebrochen, bevor sie beim Nachrichtenfeld ankommen.

Für eine erste Anfrage reichen drei Felder: Name, eine Kontaktmöglichkeit und das Anliegen. Alles Weitere fragen Sie im Gespräch. Wenn Sie für die Bearbeitung mehr brauchen, fragen Sie es im zweiten Schritt ab, nicht im ersten.

  • Pflichtfelder auf das Nötigste reduzieren, alles andere freiwillig.
  • Nach dem Absenden eine sichtbare Bestätigung zeigen, nicht nur eine kleine Zeile.
  • Dazuschreiben, wann eine Antwort kommt. Eine konkrete Zusage senkt die Hemmschwelle.
  • Prüfen, ob die Nachrichten ankommen. Formulare, die still ins Leere laufen, sind häufiger, als man denkt.

Ursache 5: Auf dem Handy ist es mühsam

Der überwiegende Teil der Besucher kommt vom Handy, bei Suchen mit Ortsbezug noch deutlich mehr. Wenn dort etwas hakt, verlieren Sie die Anfrage, bevor der Inhalt eine Rolle spielt.

  • Text muss ohne Zoom lesbar sein.
  • Schaltflächen müssen mit dem Daumen treffbar sein, auch nebeneinander.
  • Die Seite darf sich nicht seitlich schieben lassen.
  • Der erste sichtbare Inhalt sollte in unter drei Sekunden stehen, gemessen im Mobilfunknetz, nicht im WLAN.
  • Ein Cookie-Hinweis, der den halben Bildschirm verdeckt und schwer zu schließen ist, kostet messbar Besucher.

In welcher Reihenfolge Sie das angehen

Alles auf einmal zu ändern, ist verlockend und macht das Ergebnis unlesbar. Sinnvoller ist die Reihenfolge nach Aufwand und Wirkung. Die ersten drei Punkte kosten eine Stunde und wirken sofort.

  1. Telefonnummer nach oben und anklickbar machen.
  2. Formular auf drei Pflichtfelder kürzen und prüfen, ob es ankommt.
  3. Die ersten drei Sätze der Startseite neu schreiben: Leistung, Einzugsgebiet, Preisrahmen.
  4. Echte Fotos und Bewertungen ergänzen.
  5. Handy-Ansicht durchgehen und die groben Punkte beheben.
  6. Erst danach über Gestaltung oder Neubau nachdenken.

Fragen

Häufige Fragen

Als grober Richtwert melden sich bei einer ordentlich gebauten Dienstleisterseite ein bis drei von hundert Besuchern. Bei 300 Besuchern im Monat sind drei bis neun Anfragen also plausibel. Liegen Sie deutlich darunter, lohnt sich der Blick auf Kontaktmöglichkeit, Text und Formular.

Nicht zwingend. Viele Betriebe fahren besser mit Telefonnummer und WhatsApp, weil ihre Kunden lieber sprechen als tippen. Ein Formular hilft bei Anliegen, die außerhalb der Geschäftszeiten entstehen, und bei Menschen, die ungern anrufen. Beides anzubieten kostet nichts.

Eine Größenordnung ja, eine feste Zahl nur, wenn Sie sie halten können. Preisangaben sortieren Anfragen vor: Wer den Rahmen kennt und trotzdem anruft, ist ernsthaft interessiert. Ohne jede Angabe bekommen Sie mehr Anfragen, die im ersten Satz am Budget scheitern.

Wenn er beantwortet wird, ja. Ein Chat, der niemanden erreicht, schadet mehr als er nützt. Sinnvoll wird er, wenn er die Standardfragen zuverlässig beantwortet und bei allem Weiteren sauber an Telefon oder Formular übergibt.

Meistens nicht. Kontaktmöglichkeit, Texte, Formular und Vertrauenssignale lassen sich an fast jeder bestehenden Seite ändern. Ein Neubau ist erst dann die günstigere Antwort, wenn die technische Grundlage die Änderungen nicht mehr zulässt.