Google-Unternehmensprofil: einrichten, pflegen und im Kartenblock auftauchen
Bei jeder Suche mit Ortsbezug stehen drei Karteneinträge über allen normalen Ergebnissen. Diese Plätze vergibt nicht die Website, sondern das Google-Unternehmensprofil. Es ist kostenlos, und es ist bei Ortssuchen der wirksamste Hebel, den ein Betrieb hat.
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6 Minuten Lesezeit · Stand 30.08.2026
Das Google-Unternehmensprofil ist ein kostenloser Eintrag, der bei Suchen mit Ortsbezug im Kartenblock über den normalen Suchergebnissen erscheint. Wichtig für die Platzierung sind eine korrekt gewählte Hauptkategorie, vollständige Angaben zu Adresse, Öffnungszeiten und Leistungen, echte Fotos, regelmäßige Beiträge und beantwortete Bewertungen. Die Einrichtung dauert etwa eine Stunde, die Bestätigung per Postkarte oder Video ein bis zwei Wochen.
Warum das Profil bei Ortssuchen über der Website steht
Tippt jemand „Schlosser Bochum“ in das Handy, füllt der Kartenblock mit drei Einträgen den sichtbaren Bereich. Das erste normale Suchergebnis steht darunter, meist erst nach dem Scrollen. Wer die Karte nicht erreicht, konkurriert also um Plätze, die viele Menschen gar nicht mehr ansehen.
Das ist der Grund, warum ein Betrieb mit einer mittelmäßigen Website und einem gepflegten Profil regelmäßig mehr Anrufe bekommt als einer mit schöner Website und totem Profil. Die beiden Systeme sind getrennt: Was auf Ihrer Seite steht, füllt das Profil nicht, und umgekehrt.
Einrichten: die Schritte und die Wartezeit
- 1.Auf google.com/business mit dem Geschäftskonto anmelden, nicht mit dem privaten. Ein späterer Wechsel ist möglich, aber lästig.
- 2.Nach dem Firmennamen suchen. Häufig existiert bereits ein automatisch erzeugter Eintrag, der nur beansprucht werden muss.
- 3.Hauptkategorie wählen. Das ist die wichtigste Einzelentscheidung im ganzen Profil.
- 4.Adresse, Einzugsgebiet, Telefonnummer, Website und Öffnungszeiten eintragen.
- 5.Bestätigung durchführen, je nach Fall per Postkarte, Telefon oder Video. Die Postkarte dauert ein bis zwei Wochen.
Zum Namensfeld
In das Namensfeld gehört der Firmenname, wie er auf Rechnung und Schild steht. Zusätze wie „Meisterbetrieb Dortmund“ gelten als Keyword-Stuffing und können zur Sperrung des Eintrags führen. Der Gewinn wäre klein, der Verlust wäre das ganze Profil.
Die Kategorie: der Punkt mit der größten Wirkung
Die Hauptkategorie entscheidet, bei welchen Suchanfragen Ihr Eintrag überhaupt in Betracht kommt. Ein Betrieb, der als „Bauunternehmen“ geführt wird, erscheint bei „Dachdecker“ meist gar nicht, egal wie gut das Profil sonst ist.
Zwei Punkte aus der Praxis. Erstens ist der Katalog fest vorgegeben, man kann keine Kategorie erfinden. Manche naheliegende Bezeichnung existiert schlicht nicht, dann muss man die nächstliegende nehmen. Zweitens sind Zusatzkategorien möglich und sinnvoll, aber nur für Leistungen, die Sie wirklich erbringen. Wer sich fünf Kategorien danebenlegt, verwässert die Hauptkategorie.
Ein brauchbarer Test: Suchen Sie Ihre drei stärksten Wettbewerber in der Karte und sehen Sie nach, unter welcher Kategorie sie geführt werden. Wenn alle drei dieselbe verwenden und Sie eine andere, ist das ein Hinweis.
Was ausgefüllt gehört, nach Wirkung sortiert
| Angabe | Wirkung | Aufwand |
|---|---|---|
| Hauptkategorie | Sehr hoch, entscheidet über die Auffindbarkeit | 5 Minuten |
| Leistungen mit Text und Preis | Hoch, deckt zusätzliche Suchbegriffe ab | 1 Stunde |
| Echte Fotos vom Betrieb | Hoch, wirkt stark auf Anrufe und Klicks | 30 Minuten |
| Beiträge alle zwei bis vier Wochen | Mittel, hält das Profil aktiv | 10 Minuten je Beitrag |
| Fragen und Antworten selbst befüllen | Mittel, beantwortet Rückfragen vorab | 30 Minuten |
| Attribute wie barrierefrei oder Parkplatz | Gering, aber schnell erledigt | 5 Minuten |
Einordnung aus der eigenen Arbeit an Kundenprofilen, keine offizielle Gewichtung von Google.
Bei den Fotos zählt echt vor schön. Aufnahmen vom eigenen Betrieb, den eigenen Fahrzeugen, den eigenen Leuten und abgeschlossenen Arbeiten wirken deutlich besser als gekaufte Bilder, die auf fünfzig anderen Profilen ebenfalls stehen. Zehn ordentliche Fotos reichen für den Anfang.
Beiträge: der Punkt, der fast überall fehlt
Beiträge sind kurze Meldungen im Profil, etwa ein abgeschlossenes Projekt mit Foto, eine geänderte Öffnungszeit oder ein Hinweis auf eine neue Leistung. Sie verlieren aus Sichtbarkeitssicht nach etwa einer Woche an Bedeutung, deshalb ist ein einzelner Beitrag im Jahr wirkungslos.
Realistischer Rhythmus für einen Betrieb ohne Marketingabteilung: alle zwei bis vier Wochen ein Beitrag, drei Sätze und ein Foto vom Handy. Das ist weniger Aufwand als eine Rechnung zu schreiben und einer der wenigen Punkte, an denen die meisten Wettbewerber nichts tun.
Bewertungen: einsammeln, beantworten, aushalten
Bewertungen wirken auf zwei Ebenen. Sie beeinflussen die Position in der Karte, und sie entscheiden beim Betrachter darüber, ob er anruft. Beides gilt auch für die Antworten darauf, denn die liest jeder mit.
- Fragen Sie direkt nach der erledigten Arbeit, wenn die Zufriedenheit am größten ist. Ein kurzer Link per WhatsApp funktioniert besser als eine Bitte im Vorbeigehen.
- Kaufen Sie keine Bewertungen. Das verstößt gegen die Richtlinien, fällt regelmäßig auf und kostet im schlimmsten Fall den ganzen Eintrag.
- Beantworten Sie jede Bewertung, auch die freundlichen. Zwei Sätze reichen.
- Bei einer schlechten Bewertung sachlich bleiben und nicht diskutieren. Die Antwort ist nicht für den Verfasser geschrieben, sondern für die nächsten hundert Leser.
- Frische zählt. Zwanzig Bewertungen aus dem Vorjahr wirken schwächer als acht aus den letzten Monaten.
Ein Hinweis zur Arbeitsersparnis
Wenn viele Bewertungen unbeantwortet liegen, gibt es im Dashboard einen geführten Ablauf, der alle offenen nacheinander vorlegt. Das ist deutlich schneller, als jede Bewertung einzeln aufzurufen.
Fehler, die sich hartnäckig halten
- Unterschiedliche Schreibweisen von Name, Straße und Telefonnummer in Profil, Website und Verzeichnissen. Suchmaschinen halten das für verschiedene Betriebe.
- Ein Profil, das eine Agentur vor Jahren angelegt hat und zu dem niemand mehr die Zugangsdaten hat. Der Zugriff lässt sich anfordern, das dauert, geht aber.
- Zwei Profile für denselben Betrieb, meist nach einem Umzug. Sie müssen zusammengeführt werden, sonst teilen sich die Bewertungen auf.
- Öffnungszeiten, die an Feiertagen nicht gepflegt werden. Google fragt aktiv danach und blendet bei fehlender Antwort einen Unsicherheitshinweis ein.
- Die Website ist im Profil ohne www oder mit http eingetragen und leitet um. Funktioniert, ist aber unnötig unsauber.
Woran Sie sehen, ob es wirkt
Im Profil selbst gibt es unter Leistung eine Statistik: wie oft der Eintrag angezeigt wurde, ob über die Suche oder die Karte, und wie oft jemand angerufen, die Route geöffnet oder die Website besucht hat. Diese Zahlen sind der ehrlichste verfügbare Nachweis, dass Sichtbarkeit in Kontakte umschlägt.
Notieren Sie sich die Werte einmal im Monat. Beim Profil zeigt sich eine Veränderung oft schon nach zwei bis vier Wochen, deutlich früher als bei den normalen Suchergebnissen.
Häufige Fragen
- Was kostet ein Google-Unternehmensprofil?
- Nichts. Der Eintrag, die Beiträge, die Fotos und die Statistik sind kostenlos. Anrufe von Firmen, die eine Gebühr für die Pflege oder eine angebliche Verifizierung verlangen, kommen nicht von Google.
- Brauche ich ein Ladenlokal für ein Profil?
- Nein. Betriebe ohne Kundenverkehr tragen statt einer Adresse ein Einzugsgebiet ein, etwa mehrere Städte oder einen Umkreis. Die Adresse bleibt dann verborgen. Ein Einzugsgebiet ersetzt allerdings keinen Standort: In der Karte erscheinen Sie vor allem in der Nähe Ihres tatsächlichen Sitzes.
- Kann ich in mehreren Städten im Kartenblock erscheinen?
- Nur eingeschränkt. Google zeigt in der Karte, was in der Nähe des Suchenden liegt. Ein Einzugsgebiet erweitert das etwas, ersetzt aber keine zweite Adresse. Angemietete Scheinadressen sind der schnellste Weg zur Sperrung des Profils und zusätzlich wettbewerbsrechtlich angreifbar.
- Wie lange dauert die Bestätigung?
- Per Video oder Telefon oft wenige Tage, per Postkarte ein bis zwei Wochen. Kommt die Postkarte nicht an, lässt sie sich erneut anfordern. Solange die Bestätigung fehlt, erscheint das Profil nicht in der Karte.
- Was ist der Unterschied zwischen Google My Business und dem Unternehmensprofil?
- Es ist dasselbe. Google hat den Namen geändert und die frühere eigenständige App eingestellt. Verwaltet wird das Profil heute direkt aus der Google-Suche heraus, wenn Sie mit dem berechtigten Konto angemeldet sind.
Was soll Ihre Website für Sie erledigen?
Schreiben Sie uns kurz, worum es geht. Unverbindlich und kostenlos. Wir melden uns in der Regel innerhalb von 24 Stunden mit einer ehrlichen Einschätzung und den nächsten Schritten.